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Sonntag, 22. Juli 2012

Dorit Kowitz: Arme sterben früher. Neue Studien belegen endgültig: Reichtum garantiert Gesundheit und ein längeres Leben.

In einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellten Forscher 2011 fest, dass die Ungleichheit in Deutschland wächst – trotz mehr Arbeit. Sie führten die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auf den enormen Anstieg der Teilzeitarbeit zurück. Ihr Anteil sei seit 1984 von 11 auf 22 Prozent gestiegen, von knapp drei auf mehr als acht Millionen Menschen. Auch die Einkommen der Vollzeitbeschäftigten driften laut OECD auseinander: In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Lohnschere zwischen den obersten und untersten zehn Prozent um ein Fünftel geweitet. Heute verdient ein Alleinstehender am unteren Rand im Jahr 7.400 Euro netto, ein Angestellter aus dem obersten Zehntel dagegen im Schnitt 57.300 Euro netto – fast achtmal so viel. Das Wissenschaftszentrum Berlin hat ermittelt, dass es gleichzeitig schwerer wird, der unteren Einkommensschicht wieder zu entkommen. Waren es in den 1980er Jahren noch 57 Prozent, die in ihr stecken blieben, sind es heute schon 65 – sieben Prozent mehr, die schlechte Karten haben, lang zu leben.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.