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Donnerstag, 19. Juli 2012

Ulrich Brand: Globales Umweltmanagement: Rio+20

Und dennoch könnten sich in Ländern wie Deutschland oder Österreich mittelfristig grün-kapitalistische Entwicklungsmodelle durchsetzen, wenn sich unterschiedliche Kräfte um dieses Projekt gruppieren.In der sozialpolitischen Tradition beider Länder könnte hier sogar eine Art ›grüner Korporatismus‹ wirksam werden. In den USA und China deuten staatliche Krisenpolitiken darauf hin, dass auch hier Interessen an ökologischer Modernisierung wichtiger werden. In Großbritannien wiederum ist die Diskussion eng mit dem Finanzsektor und der Frage von Finanzdienstleistungen - etwa im Bereich des Emissionshandels - verbunden. Noch sind diese Akteursgruppen im kapitalistischen Kräftefeld in aller Regel schwach, fragmentiert und widersprüchlich. Sie sind kein hegemonialer Block, aber sie sind politikfähig, weithin legitim und imstande, sich in Teilbereichen durchzusetzen und Übergangsprozesse nicht nur zu initiieren, sondern auch zu kontrollieren. Sie können auch - wie etwa die energiepolitische Auseinandersetzung in den USA zeigt - dem fossilistischen Block Öffnungen zu einem Politikwechsel aufzwingen, ohne ihn aber dominieren zu können. Diese Strategien und die sie tragenden Kräftekonstellationen könnten "Staat werden" dahingehend, dass die verdichteten Kräfteverhältnisse unter Führung bestimmter ökonomischer und politischer Machtgruppen zuvörderst ein solches Projekt vorantreiben und staatlich absichern.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.