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Dienstag, 27. November 2012

Jens Wernicke: Versuch über Angst und Depression

Insofern führen die Erfahrungen unserer Kindheit, führt unsere Erfahrung von Angst und Depression, schließlich folgelogisch zu einem: Einer zunehmenden Erschöpfung am Leben, einer Art tödlicher Müdigkeit, einem Immer-müder-und-müder-Werden ob eines Lebens, das nicht seiner und unserer selbst willen, sondern für andere und zum Zwecke der Angstvermeidung gelebt wurde und wird. Und diese aus permanenter, andauernder Überforderung resultierende Erschöpfung führt schließlich wieder bzw. erneut in Angst und Depression, konfrontiert uns noch einmal – diesmal jedoch als „Chance“ – mit dem „Leiden“ unserer Kindheit, denn: Wer nie erfüllbare Ansprüche und Erwartungen an sich stellt, weil er alle Schuld für die seelischen Misshandlungen von einst auf sich nahm und sich deshalb auch heute noch für alles und jedes verantwortlich und schuldig fühlt; wer, um seine Eltern, deren Verhalten ihm schadete, die ihm Liebe, Achtung, Wertschätzung, Sicherheit und Geborgenheit vorenthielten, weiter lieben zu können, sich selbst abzuwerten und zu hassen begann, da, so die kindliche Logik, wo diese unfehlbar waren, nur er selbst “falsch” und minderwertig sein konnte; wer, um seiner „Todesangst“ in jungen Jahren zu begegnen, lernte und verinnerlichte, dass nur Anpassung und Selbstnegation diese zu lindern vermögen, für den werden mit den Jahren, die er in derlei „Mustern“ lebt, selbst kleine Aufgaben mehr und mehr zu großen Herausforderungen, an denen er mit zunehmender Kraftlosigkeit schließlich zu zerbrechen droht.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.