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Freitag, 6. September 2013

Dörte Hinrichs & Hans Rubinich: Ernst Klee und die NS-Verbrechen - Namen für Täter und Opfer - Mit seinem Buch über Euthanasie im Dritten Reich wurde Ernst Klee international bekannt. Zeitlebens hat er akribisch in Archiven recherchiert, Täter enttarnt und Opfern ihre Namen und Geschichten zurückgegeben. Nun ist sein letztes Buch erschienen.

Für Werner Renz ist das Besondere an diesem Lexikon die Darstellungsform. Wenn Klee etwa über einen Täter schreibt, der in der Bekleidungskammer von Auschwitz arbeitete, dann mag das für den Leser zunächst belanglos klingen. Anders stellt es sich allerdings dar, wenn Klee Häftlinge darüber berichten lässt, dass sie kaum etwas zum Anziehen bekommen hätten und im Winter fast erfroren seien. – Sich mit den Praktiken der sogenannten Euthanasie auseinanderzusetzen und die Taten und Täter öffentlich zu machen, war eine Fortentwicklung von Klees Engagement für Benachteiligte und Randgruppen. Von 1973 bis 1982 hatte er, der einst Heizungstechniker gelernt hatte, dann ein Studium in Theologie und Sozialpädagogik abschloss, einen Lehrauftrag für Behindertenpädagogik an der Fachhochschule Frankfurt. In dieser Zeit wird er bekannt mit seinen Sozialreportagen, seinem «Behinderten-Report» und seinem «Psychiatrie-Report». Klee kommt in Kontakt mit dem Zeithistoriker und Lektor Walter Pehle vom Fischer-Verlag. Dieser wird bereits in den siebziger Jahren seine Bücher lektorieren und bald merken, dass Klee es nicht beim Schreiben belässt. Er lädt Behinderte in seine Wohnung ein, diskutiert mit ihnen, redet mit ihnen und geht mit ihnen auf die Strasse, organisiert Demonstrationen. Er wirbt für ein behindertenfreundliches Frankfurt.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.