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Montag, 9. Februar 2015

Daniel Steinvorth: Die Leiden des Piloten. Mit dem Video einer Geiselverbrennung zeigen die IS-Terroristen, dass es ihnen schon lange nicht mehr auf Zustimmung in der arabischen Welt ankommt.

"Während die meisten Medien weltweit darauf verzichteten, die abstossenden Bilder zu verbreiten, wurden die Bewohner des Islamischen Staates geradezu verdonnert, sich das 22-minütige Martyrium anzuschauen. Auf öffentlichen Plätzen in Rakka, der Hauptstadt des sofenannten 'Kalifates', wurde der Film in einer Endlosschleife gezeigt. Die Botschaft war klar: Das Leiden des Piloten, der bei lebendigem Leib in einem Eisenkäfig krepiert, sollte das Leiden jener darstellen, deren Häuser von Bomben getroffen wurden: sein Tod die Toten des Krieges gegen den IS sühnen. Dass die Jihadisten dabei gegen ihre eigenen religiösen Prinzipien verstiessen - anders als für die Steinigung oder die Enthauptung finden sich nirgendwo koranische Belege für Verbrennungen -, wurde später mit einer eher hilflos anmutenden Fatwa des Kalifat-eigenen 'Ministeriums für Rechtsgutachten und Forschung' zu relativieren versucht."

Quelle: http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-leiden-des-piloten-1.18476851