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Samstag, 14. Februar 2015

Markus Liske: Die Mitte ganz rechts. Dresden: Das Böse stirbt nie

"(Anschlussfähig für den rechten Rand; SR) will auch die SPD sein, insbesondere nachdem die Bundes-CDU in diesem Segment zuletzt etwas schwächelte und die Wählergunst weiter zu wünschen übrig lässt. Da reicht es natürlich nicht, dass man darauf verweisen kann, mit Thilo Sarrazin den ersten in einer Reihe neuer rassistischer Bestsellerautoren des Landes hervorgebracht zu haben, einen echten Trendsetter, dessen Thesen von neuen identitär-völkischen Bewegungen, wie etwa den sogenannten Reichsbürgern oder eben Pegida, mit Begeisterung weitergetragen werden. Nein, da muss auch schon mal der Parteivorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel selbst an die Front. Der reiste zwar nur 'als Privatmann' nach Dresden und auch nur zu einer Diskussionsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung, brachte von dort aber dennoch eine erstaunliche Erkenntnis mit: 'Es gibt ein demokratisches Recht darauf, rechts zu sein oder deutschnational.' So fasste er es anschließend in einem STERN-Interview zusammen und lehnte sich lächelnd zurück, um seinem Beliebtheitswert dabei zuzusehen, wie er acht Prozentpunkte in die Höhe schnellte. Von Dresden lernen heißt in diesen Tagen wohl siegen lernen."

Quelle: Jungle World, 12. Februar 2015 (Nr. 7, 19. Jg.), S. 3