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Dienstag, 24. März 2015

Mark Lilla: Europa - eine Frage des Selbstbewusstseins. Selbstbewusstsein ist ein zentraler Punkt in der Politik, besonders in der Aussenpolitik. Europa aber hat keine Strategie. Europas Standpunkt liegt im Nirgendwo.

"Welche Rolle also kann Europa spielen? Denken wir an Kanada. Kanada hat ein ganz klares Selbstverständnis. Es weiss, dass es keine grosse Vergangenheit, kein historisches Schicksal für sich reklamieren kann. Es versteht, dass all seine Macht vom Nachbarn USA abhängt. Es akzeptiert, dass es für seine Bürger und Einwanderer nicht mehr tun kann, als ihnen ein sicheres Umfeld zu bieten, in dem sie ihre wirtschaftliche Lage verbessern können. Dieser Aufgabe wird der Staat in bemerkenswerter Weise gerecht. Kanada weiss auch, dass es sich als Mitglied der internationalen Staatenge einschaft hin und wieder mit anderen Nationen zu diplomatischen und militärischen Aktionen zusammentun muss. Kanada erklärt seine militärische Macht nicht zum Fetisch, wie die USA es tun. Genauso wenig erhebt es das internationale Recht zum Götzen, wie die Europäer es machen. Kanada ist frei von der Bürde nationaler Identität und historischer Katastrophen und hat daher eine einzigartige Stellung inne: als kleiner, gewitzter und selbstbewusster Bürger der internationalen Gemeinschaft."

Quelle: http://www.nzz.ch/meinung/debatte/europa--eine-frage-des-selbstbewusstseins-1.18507638

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.