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Donnerstag, 16. April 2015

Stephan Wehowsky: Kritik und Gewalt. Russland und der Islam werfen dem Westen Dekadenz vor. Was ist da dran?

"Der Bremer Soziologe Gunnar Heinsohn hat schon früh auf die Brisanz der Demografie aufmerksam gemacht. Demnach besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Geburtenraten und Krieg. Immer dann, wenn es Geburtenüberschüsse gibt, so seine These, werden Kriege geführt. Das liegt daran, dass die Überzahl junger Männer eine machtvolle Ressource ist. Hinzu kommt, dass in aller Regel die Bevölkerung schneller wächst als die Wirtschaft. Eine grosse Zahl von jungen Männern hat also keine Chance, eine Position zu finden, die ihnen angemessen erscheint. Das war schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit so, und heute beobachten wir das in den Gesellschaften des Nahen Ostens, Afrikas und zum Teil auch in Asien. Durch die vorgeburtliche geschlechtliche Selektion in manchen Ländern kommt noch das Problem hinzu, dass Männer ohne Frauen bleiben. Gewalt bietet nun die Chance, sich zu beweisen, wenigstens zeitweise Prestige zu erringen und Frustration abzureagieren."

Quelle: http://www.nzz.ch/meinung/debatte/vernunft-und-selbstbehauptung-1.18522868