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Samstag, 9. Juni 2018

64 Prozent - oder: Was läuft falsch in der Partei DIE LINKE?

Mit 64 Prozent der Delegiertenstimmen ist sie im Amt der Parteivorsitzenden bestätigt worden: Katja Kipping, Liebling der metropolitanen hipsteresken Soja-Latte-Linken.
Wenn es eines Beleges bedurfte für die Spaltung innerhalb dieser Partei, die auch Ausdruck des gesamtgesellschaftlichen Gespaltenseins ist, dann ist dieses Wahlergebnis ein klares Zeichen.
In diesem Marx-Jahr 2018 wird desöfteren das kommunistische Manifest zitiert. Dabei muss den Partei-Linken gelegentlich der korrekte Titel des programmatischen Texts in Erinnerung gerufen werden: <Manifest der kommunistischen Partei>. Bereits in der Titelgebung wird deutlich: es geht hier um nichts weniger als die Organisationsfrage.
Und diese Frage zu stellen, bedeutet konkret zu werden. Ich selbst lebe in Hamburg, im Stadtbezirk Altona und dort im Stadtteil Osdorf. Wo befindet sich die nächstgelegene Geschäftsstelle der Partei DIE LINKE? Im durch und durch gentrifizierten Designer-Quartier Ottensen.
Was wurde auf dem letzten Plakat der Partei DIE LINKE, welches mir in meinem Stadtteil begnetete, beworben? Eine Veranstaltung zum Thema Sexismus in der Werbung, die in ebenjenen Ottensener Räumen stattfand.
Was das alles mit Kipping und dem Wahlergebnis zu tun hat? Auf den ersten Blick wenig. Schaut man genauer, dann schon mehr.
Die Partei DIE LINKE hat vielerorts die Bedürfnisse jener aus den Augen verloren, die am Rande der sich weltoffen gerierenden Premium-Meritokratie in elenden Wohnsiedlungen am Hartz-IV-Tropf hängend vor sich hinvegetieren müssen. Ja, über diese <Abgehängten> wird in der selbstgerechten Prosecco- und Bussi-Gesellschaft der wohlmeinenden <Linken> gern als <sozial Schwache>  geredet, die von linkem Internationalismus und internationaler Solidarität nichts verstünden.
Kurzum, die Partei DIE LINKE hat die von Marx und Engels aufgeworfene Organisationsfrage noch nicht einmal wahrgenommen. Ansonsten wäre sie ja massiv mit Vor-Ort-Büros und stadtteilbezogenen Initiativen dort vertreten, wo die sozialen Probleme im Regime kapitalistischer Akkumulation tatsächlich pressieren.
Im Wahlergebnis für Katja Kipping drückt sich das Elend der Partei DIE LINKE zählbar aus: Es reicht eben nicht, für die ex-grüne Edelklientel in gentrifizierten Hipster-Communities wählbar zu sein. - Höchste Zeit also für eine linke Sammlungsbewegung.

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