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Freitag, 3. Mai 2013

Christiane Bender: Die Geburt der Wissensgesellschaft aus dem Geist des Kalten Krieges

In seinem zweiten Buch "Die nachindustrielle Gesellschaft" nimmt Bell den Faden seines ersten Bestsellers auf: Griff der Antikommunismus als Grundlage der Mobilisierung und Orientierung der westlichen Intellektuellen zu kurz, und bezog sich die These über das Ende der Ideologie auf den sozioökonomischen und kulturellen Wandel der amerikanischen Gesellschaft, so beantwortet der Autor nun, worauf das anbrechende neue wissensgesellschaftliche Zeitalter beruhe und worauf sich die Bürger einzustellen hätten. Zu berücksichtigen ist, dass die 1970er Jahre des Kalten Krieges durch eine verhaltene schrittweise Entspannungspolitik zwischen West und Ost gekennzeichnet waren. Mit seinen neuerlichen Thesen stiftete der Soziologe einen breiten Konsens zwischen europäischen und US-amerikanischen Sozialwissenschaftlern. Viele Autoren folgten ihm oder hatten bereits in ähnliche Richtung gedacht. Beispielsweise der Ökonom Jean Fourastié, der in seinem Buch "Die große Hoffnung des 20. Jahrhunderts" die Vision einer humanen Dienstleistungsgesellschaft entwirft. Auch mit Alain Touraine, Colin Clark, Ralf Dahrendorf und Ronald Inglehart bestanden Parallelen. Der Optimismus dieser Autoren lag in der Überzeugung, dass ein Zeitalter, welches durch die rauen Gesetze der Industrie geprägt worden war, seinem Ende entgegen gehe.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.