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Mittwoch, 12. September 2012

STEFFEN GRIMBERG: Der müde Riese aus Gütersloh

Nun rückt der Sohn von Reinhard (gestorben 2009) und Konzernmatriarchin Liz Mohn (71) an die Spitze des einen obersten Konzerngremiums - bei dem anderen ist er da schon: Christoph Mohn hat den Platz seines Vaters im Kuratorium der Bertelsmann-Stiftung übernommen, die formal die Mehrheit am Konzern hält, aber wie dieser de facto von der Familie Mohn kontrolliert wird. Die Debatte über die Stiftung wegen ihres so großen wie geschickt geleugneten gesellschaftspolitischen Einflusses in Deutschland ist verstummt. Dafür warten auf den Konzern umso stärker die Herausforderungen der digitalen Welt.

Kommentar von Steffen Roski: Tatsächlich ist es um die Bertelsmann Stiftung stiller geworden; den Anlass zu grundlegender Kritik bietet sie jedoch weiterhin: Die taz selbst hat kürzlich über die Stiftungsaktrivitäten im Bildungsbereich berichtet. Und was ist Bildung aus Sicht von Bertelsmann anderes als ein Milliardenmarkt, den es zu erobern gilt? Wie vorteilhaft für den Konzern, dass eine "gemeinnützige" Stiftung hier und anderswo die gesellschaftlich-politische "Vorfeldarbeit" leistet ...

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.