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Donnerstag, 19. Juli 2012

Viktoria Großmann: Bertelsmann-Stiftung zum Erzieher-Notstand - Arbeitet doch einfach Vollzeit!

Die Stiftung aus Gütersloh zählte mal aus, wie viele der Erzieherinnen in Deutschland in Teilzeit arbeiten und kam auf 60 Prozent. Das sind doppelt so viele wie im Durchschnitt aller Branchen. Wenn nun all diese Frauen in Vollzeit arbeiten würden, dann gebe es das Problem Fachkräftemangel eigentlich fast nicht mehr, so das Ergebnis der Studie.

Kommentar von Steffen Roski: Mal wieder eine marktradikale "Lösung" à la Bertelsmann: Man lasse unterbezahlte Teilzeit-Erzieherinnen künftig unterbezahlt vollzeit arbeiten. Es ist schon erstaunlich, wie einfältig eine große Tageszeitung wie die Süddeutsche Zeitung die "Reformvorschläge" aus Gütersloh nachbetet. In der "Bertelsmannrepublik Deutschland" (Thomas Schuler) haben sich die Beurteilungsmaßstäbe total zugunsten der Kapitalseite verschoben!

Anmerkungen von Lesern der NachDenkSeiten:



Anmerkung unseres Lesers M.G.: Cool – die Bertelsmann-Stiftung hat eine gute Idee! Weil das mit den Umschulungen nicht so einfach zu sein scheint. Bei der Gelegenheit wird man auch wieder mal auf den Umstand hingewiesen, dass Teilzeit-Arbeitskräfte i.d.R. für Arbeitgeber die günstigere Wahl sind – die arbeiten relativ gesehen meist mehr als in Vollzeit… und die Mehrleistung bei einer Ausweitung der Arbeitsverträge in Richtung Vollzeit nicht linear ansteigen würde.
Ergänzende Anmerkung MB: Dabei wird der Umstand vergessen, dass viele Erzieherinnen selbst Mütter minderjähriger Kinder sind und aus rein praktischen Gründen nicht in Vollzeitstellen arbeiten KÖNNEN.
Ach, hätten wir doch nur das viele Geld, welches die Bertelsmänner über Umwege an Steuern sparen. Vieles in der Bildung und Kinderbetreuung wäre finanzierbar. Die Studienleiterin sollte dann mal ein paar Jahre als schlecht bezahlte Praktikantin in einer Kindertagesstätte schuften, damit sie hoffentlich irgendwann einmal weiß, wovon sie schreibt.
Dass die Idee der Umschulung von Langzeitarbeitslosen zu Kinderbetreuungskräften ein Ablenkungsmanöver und ein Instrument zur Denunzierung von Erwerbslosen ist, dürfte damit auch klar sein. Das nennt man auch Populismus.



Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.